wirtschaftskunde 

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Um was geht es "in der Wirtschaft"? Um Geld! Um Umsatz und Gewinn (Umsatz oder Verkaufserlöse minus Kosten = Gewinn, bzw. falls die Kosten höher als die Einnahmen sind: Verlust): Da die "Kosten" in die Taschen der Arbeitskräfte fließen (als Lohn und Gehalt) oder an Lieferanten ( für Material) oder Kreditgeber (Zinsen), die ihrerseits wieder von diesem Geld etwas kaufen, also für Umsatz einer anderen Firma sorgen, ist die Summe aller statistisch erfassten Umsätze (laut Rechnungen, außer Schwarzarbeit, Nachbarschaftshilfe, Freundschaftsdienste, häusliche Arbeit) in einem Jahr quasi das Einkommen des Volkes. Diese Summe heißt auf der einen Seite "Sozialprodukt", auf der anderen "Volkseinkommen". Heute wird das BIP (Bruttoinlandsprodukt) gemessen, das nur die im Inland erzielten Umsätze addiert.

Das Gleiche anders gesehen: Die Besitzer der Produktionsfaktoren (Boden/ Natur, Arbeit, Kapital) verkaufen oder vermieten ihr Eigentum oder sich selbst gegen Geld (Miete, Pacht; Lohn, Gehalt, Sold, Gage, Honorar; Zinsen, Kaufpreis). Diese Ströme bilden den Wirtschaftskreislauf. Auf Faktormärkten (Märkte für Rohstoffe; Energie; Immobilien; Arbeitskräfte; Geld; Maschinen, Geräte, usw.) entstehen je nach Angebot (Verkäufer) und Nachfrage (Käufer) Preise, bei denen es zu einem Vertrag (Mietvertrag, Pachtvertrag; Arbeitsvertrag, Ausbildungsvertrag; Kaufvertrag; Darlehensvertrag, u. a.) zwischen beiden Seiten kommt.

Der MARKT ist überhaupt das zentrale Element der Wirtschaft, speziell in der "Marktwirtschaft". In einer "freien Marktwirtschaft" könnte jeder tun und lassen , was er will - und die Stärkeren würden sich gnadenlose gegen Schwächere durchsetzen. Deshalb greift der Staat in einer "sozialen Marktwirtschaft" - wie in der BRD - zum Schutze der schwächeren Marktteilnehmer ins Marktgeschehen ein: er setzt mit Gesetzen Grenzen und überwacht deren Einhaltung (z. B. Kartellamt und sonstige Verbraucherschutzgesetze) und gibt aus Steuergeldern finanzielle Hilfen (z. B. Subventionen = Unterstützungszahlungen meist für Branchen, um Arbeitsplätze zu scihern; Wohngeld oder Sozialhilfe z. B. sind "Subventionen" für Privatleute). Ohne Eingriffe von außen verläuft jeder Markt wie ein Wochen- oder Flohmarkt: ein hohes Angebot (an Kartoffeln hier, an Olympiamünzen dort) - d. h. viele wollen verkaufen und/ oder wenige wollen kaufen - senkt die Preise, je nachdem wie dringend der Anbieter verkaufen muss oder will. Umgekehrt führt eine verstärkte Nachfrage (gut zu sehen an Aktien- oder anderen Börsen - den so genannten "Finanzmärkten") zu steigenden Preisen (im Falle der Finanzmärkte zu steigenden Kursen). Der Arbeitsmarkt und der Wohnungsmarkt sind zwei Beispiele für staatliche Eingriffe: So sind rechtmäßige Tarifkämpfe (Streiks) zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer, speziell der Vergütung (Löhne und Gehälter) erlaubt; es gibt Gesetze über Mindesturlaubszeiten, maximale Arbeitszeiten, Kündigungs-, Mutterschutz-, Arbeitsplatzschutzgesetz und viele andere mehr - wobei durch Gewerkschaften erkämpfte Bedingungen günstiger als die Gesetze sind. Die Gesetze legen nur Maximal- (z. B. Arbeitszeit), bzw. Minimalbedingungen (Urlaub)fest. Im Falle des Arbeitsmarktes ist zum Beispiel die Ausnutzung von Wohnungsmangel durch Mietwucher gesetzlich verboten.

In einem Unternehmen (Firma ist eigentlich nur der Name - italienisch: "Unterschrift") werden die eingekauften, gemieteten oder gepachteten Faktoren weiterverarbeitet und dann verkauft. Neben Unternehmen, die etwas herstellen, (Autos; Küphlschränke; Wurst) gibt es Dienstleistungsunternehmen, die nur ihre körperliche oder geistige Arbeitskraft gegen Geld anbieten (z. B. Kaufhaus; Arzt; Lehrer; Busunternehmen). Die meisten Unternehmen sind übrigens Einzelunternehmen (ca. 90 %), größere Unternehmen sind Personengesellschaften (z. B. OHG = Offene Handelsgesellschaft; KG = Kommanditgesellschaft) oder Kapitalgesellschaften (z. B. AG = Aktiengesellschaften).

 
Der eigene private Haushalt ist eine Art "Mini- Unternehmen":
 
Es handelt sich um ein Dienstleistungsunternehmen in Familienbetrieb (Unternehmensform: Einzelunternehmen). "Verkauft" wird die Arbeitskraft des/ der berufstätigen Mitglieder der Familie. Deren Einkommen sind die Umsatzerlöse. Zusätzliche Einkommen können aus Kapitalanlagen, vermieteten Wohnungen, u. a. entstehen. Nicht berufstätige Familienmitglieder arbeiten unentgeltlich, bzw. für Kost, Logis, Kleidung, Pflege, Taschengeld, Geschenke, usw. mit. Auch "Kinderarbeit" ist im Familienbetrieb erlaubt. Versteuert werden nur die Einkommen (Lohn-, bzw. Einkommensteuer). Nur bestimmte Kosten können in einem "Betrieb Privater Haushalt" steuerlich "abgesetzt" werden, und zwar Sonderausgaben wie Beiträge für Sozialversicherungen, private Unfallversicherungen, Lebensversicherungen (Versicherungen nur zum Teil); Steuerberatungskosten; Spenden, u. a. sowie Werbungskosten wie Arbeitsmittel, manchmal auch ein Arbeitszimmer, Arbeitskleidung, berufliche Telefonnutzung, Fahrtkosten zum Arbeitsplatz; Beiträge zu Berufsverbänden, u. a. Viele andere Kosten zur Erhaltung des "Betriebes Privater Haushalt" (Essen, Kleidung, Wohnung, Bildung, Reparaturen, Möbel, Strom, Heizung, Porto, Urlaub, u. v. m.) können nicht zur Minderung des zu versteuernden Einkommens abgesetzt werden. Deshalb wird ein echter "Gewinn" nur dann erzielt, wenn in einem Jahr die Ausgaben geringer als das/ die Netto- Einkommen waren! Verluste im "Betrieb Privater Haushalt" können nur im Bereich Spekulation oder Vermietung "abgesetzt" werden und somit das zu versteuernde Einkommen mindern. Zur Überbrückung finanzieller Engpässe oder für größere Anschaffungen (Möbel, Auto, Eigentumswohnung, Haus) kann Fremdkapital (Kredite) aufgenommen werden, wenn das Eigenkapital, die Rücklagen (Bargeld, Kapitalanlagen wie Rentenpapiere, Aktien, Bauspar- oder Lebensversicherungsguthaben) nicht ausreichen.

 

Die gesetzliche Sozialversicherung

(Der Sozialistenhasser Otto von Bismarck begann Ende des 19. Jahrhunderts, Zwangsversicherungen für Arbeiter zu gründen, um den Streitern für den Schutz der Opfer der industriellen Revolution den Wind aus den Segeln zu nehmen.)

Jahr

1883

1884

1889

1927

1995

Name

Krankenvers.

Unfallvers.

Rentenvers.

Arbeitslosenvers.

Pflegevers.

Träger

Krankenkassen

 

Berufsgenoss.

Landesversicherungs-anstalten (LVA) für Arbeiter; Bundesversicherungs-anstalt für Angestellte

Bundesanstalt für Arbeit/ Arbeitsämter

Krankenkassen

Leistungen

Vorsorge-untersuchungen; Medikamente; Arzt-/ Zahnarztkosten; Krankenhaus; Krankengeld 

Unfallverhütung; Heilbehandlung; Unfallrente; Rehabilitation(Arbeits- und Wegeunfälle; Berufskrankheiten)

Alterruhegeld; Erwerbsunfähigkeits-rente; Hinterbliebenenrente 

Berufsberatung; Arbeitsvermittlung; Arbeitlosengeld; Arbeitslosenhilfe

häusliche Pflege; Heim

Kosten (in % vom Bruttogehalt)

ca. 11- 15 %

abhängig von Betriebsgefahren und Unfallstatistik

ca. 19,5 %

ca. 6,5 %

1,7 %

Zahler

ArbGeber  50%ArbNehmer 50%

ArbGeber 100%

ArbGeber  50%ArbNehmer 50%

ArbGeber 50%ArbNehmer 50%

ArbGeber 50%ArbNehmer 50%

 

Das ökonomische Prinzip (Wirtschaftlichkeitsprinzip)

("wirtschaftlich" in der Bedeutung von "sparsam": englisch "economical" = sparsam - im Gegensatz zu "economic" = Wirtschafts-

Aber ist der Unterschied eigentlich erheblich? Wirtschaften heißt ja, mit den gegebenen Mitteln, Naturalien (z.B. Ernte) oder Geld (Einkommen), möglichst viel erreichen, bzw. ein bestimmtes Ziel wie den Unterhalt einer Familie (Wohnung, Nahrung, Kleidung, Bildung, Transport, Erholung wie Kinobesuch oder Urlaub, Geschenke, Vergabe von Dienstleistungen wie Friseur- oder Rechtsanwaltskosten) möglichst günstig zu bestreiten, um Mittel einsparen zu können (z.B. für Sonderanschaffungen wie ein neues Auto, Möbel, etc. oder für sonstige Eventualitäten) Das war auch schon das ökonomische Prinzip! (falsch, weil nicht machbar, ist übrigens die Aussage: mit möglichst wenig möglichst viel erreichen!) Aber jetzt noch einmal anhand einer

 Urlaubs-Reise:

1. Variante: Mit angesparten 800 € in der Urlaubskasse sucht man  Reisebüros auf, blättert in Katalogen, um möglichst viel für sein Geld zu bekommen (deshalb: MAXIMAL- Prinzip!) (möglichst viel kann heißen: möglichst lange, möglichst weit, möglichst exklusiv, o. a.). Nach diesem Prinzip gehen die meisten Dienstleistungsunternehmen wie Handwerker, Rechtsanwälte, Ärzte, Friseure vor: Mit den vorhandenen Mitarbeitern und Geräten sollen möglichst viele Aufträge ausgeführt werden, bzw. ein möglichst hoher Umsatz erzielt werden.

2. Variante: Mit klaren Vorstellungen von seinem Mallorca-Urlaub (Ort, Aufenthaltsdauer, Hotelkategorie) sucht man  Reisebüros auf, blättert in Katalogen, um sein Vorhaben für möglichst wenig Geld zu bekommen (deshalb: MINIMAL- Prinzip!) Nach diesem Prinzip gehen die meisten Produktionsunternehmen vor: Denn die Waren müssen auch verkauft werden. Sie lassen sich nicht beliebig lagern (verderbliche Ware, veraltende Ware). Außerdem kostet Lagerung Geld : 1. Räume und Gelände selbst  2. in den Waren steckt unverzinstes Geld

Politik: siehe Extraseite

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